Happy Birthday, Richard!  – Drei Leipziger Vereine gratulieren

Von Lutz Hesse und Monika Stoye

Der 22. Mai ist ein wichtiger Tag für alle Richard-Wagner-Freunde der Stadt Leipzig, denn da wurde ihr Säulenheiliger im Jahre 1813 in ihrer Stadt geboren.

Nun waren auch in diesem Jahr 2020  für diesen Tag einige Veranstaltungen geplant: die traditionelle Kaffeetafel des Richard-Wagner-Verbandes am Brühl, das Konzert mit Wagner-Kompositionen des Vereins Leipziger Romantik e. V. im Paulinum unter Leitung von David Timm und der Beginn Wagner-Festtage in der Oper mit der Aufführung Der Ring des Nibelungen geplant.

Leider hat ein unsichtbares Virus alle Pläne zunichte gemacht, aber an einem lauen Biergarten-Abend Mitte Mai, als es zum ersten Mal wieder möglich war, sich in kleiner Runde zu treffen, entstand die Idee einer spontanen Geburtstagsfeier mit einer Lesung für Richard Wagner unter Beteiligung von Vertretern des Richard Wagner Verbandes, des Vereins Leipziger Romantik und des Fontane-Kreises Leipzig.

Geburtstagsfeier für Richard Wagner in Leipzig. Foto: Doris Mundus

Lutz Hesse, Kulturmanager und Mitglied der Theodor Fontane Gesellschaft, nahm die Sache in Hand und animierte die Sänger Carolin Masur und Michael Raschle, die Kulturwissenschaftlerin und Mitglied des Richard Wagner Verbandes Ursula Oehme und die Leiterin des Fontane-Kreises Leipzig, Texte zu Wagner auszuwählen, um am Abend des 22. Mai einen kleinen, geladenen Kreis aus beiden Vereinen zu erfreuen. Der lauschige Biergarten vom „Gambrinus“ in Leipzig-Lindenau bot dazu den passenden Rahmen und den nötigen Abstand.

Bei der Ideenfindung stellte sich heraus, dass die Absage der Neuproduktion des „Rings“ in Bayreuth ein interessantes Thema wäre. Und so las Carolin Masur aus dem Textbuch von Wagners Das Rheingold, Michael Raschle Richard Wagner probt den ersten Ring, Monika Stoye Theodor Fontanes traumatische Erlebnisse beim Besuch der Oper Parsifal im August 1889 und Ursula Oehme aus den Erinnerungen an Richard Wagner des Opernregisseurs Angelo Neumann, der den 1. Ring außerhalb Bayreuths in Leipzig inszenierte. Ganz ohne Musik sollte der Komponist Wagner dann doch nicht geehrt werden. Michael Raschle brachte zu diesem Zweck ein aufziehbares Grammophon mit und eine Schellackplatte der besonderen Art: Clement Doucet Wagneria als Ragtime-Version. Eine wahre Entdeckung aus dem Jahr 1927. Dazu passte dann auch die Plattenrezension von Kurt Tucholsky, die er als Peter Panter 1928 in der Weltbühne veröffentlichte. Das Publikum war begeistert von der kurzweiligen und stimmungsvollen Geburtstagsfeier in Zeiten von Corona.

 

 

 

 

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