Sektion Schleswiger Land: Fontane und die Realisten. Überblick und Vergleich

Schon im Vorfeld des Fontane-Jahres 2019 sind verschiedene Publikationen erschienen, die Leben und Werk des Jubilars in den Blick nehmen – allen voran Regine Dieterles umfangreiche Biografie des Schriftstellers (Carl Hanser Verlag München 2018). Auch hat es in der letzten Dekade nicht an aufschlussreichen Sammelbänden zu den Kontexten des Realismus gefehlt, die bislang vernachlässigte Aspekte und Dimensionen dieser literarischen Strömung ins Bewusstsein heben.[1] Es gibt jedoch keine Überblicksdarstellung, die Fontanes Schaffen im Zusammenhang und im Vergleich mit den anderen Hauptvertretern des Realismus in der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts beleuchtet und den Anspruch erhebt, die entsprechenden Querbezüge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf dem Stand der aktuellen Forschung in allgemein verständlicher Form  aufzuschlüsseln.

Diese Lücke soll der rund 250 Seiten umfassende Band Fontane und die Realisten schließen, der im Herbst 2019 erscheinen wird. Er vereinigt Aufsätze zu Willibald Alexis, Gustav Freytag, Gottfried Keller, Wilhelm Raabe, Friedrich Spielhagen, Adalbert Stifter, Theodor Storm und natürlich Fontane selbst und geht in zwei einleitenden Texten sowohl auf weitere, für den Jubilar im Positiven (z.B. Rudolf und Paul Lindau sowie Hermann Grimm) oder Negativen (Brachvogel, Gutzkow, Kretzer) wichtige zeitgenössische Autoren als auch – summarisch – auf zentrale Vertreter des europäischen Realismus (z. B. Charles Dickens, Guy de Maupassant, Iwan Turgenjew) ein.

Entstanden sind die von Iulia-Karin Patrut, Harald Hohnsbehn und Matthias Bauer verfassten Aufsätze anlässlich einer Vortragsreihe der Fontane-Gesellschaft, Sektion Schleswiger Land in den Jahren 2017 bis 2019. Ausgestattet wird der Band mit Vignetten, die der Künstler Werner Fütterer gestaltet, indem er zeitgenössische Porträts der behandelten Schriftsteller aus Buchstaben neu zusammensetzt – als Hommage an ihren Status als hommes de lettres und als Verweis auf die Eigenart der literarischen Realismus-Konstruktion.

 

[1] Zu nennen sind insbesondere: Realien des Realismus. Wissenschaft – Technik – Medien in Theodor Fontanes Erzählprosa, hrsg. v. Stephan Braese und Anne-Kathrin Reulecke (Vorwerk Verlag Berlin 2010), Medialer Realismus, hrsg. v. Daniela Gretz (Rombach Verlag Freiburg i. Br. 2011) und Herausforderungen des Realismus: Theodor Fontanes Gesellschaftsromane, hrsg. v. Peter Uwe Hohendahl und Ulrike Vedder (Rombach Verlag Freiburg i. Br. 2018), aber auch die unter dem Titel Fontane-Studien gesammelten Aufsätze zu Romanen, Gedichten und Reportagen von Helen Chambers (Königshausen & Neumann Würzburg 2014).

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