Wie Schiller seine Geldprobleme am Schreibtisch löste in Bitt- und Bettelbriefen

Veranstaltung des Fontane-Kreises Leipzig am 17. Juni 2026 im Bauerngarten des Schillerhauses

von Alexander Rathert

Der Fontane-Kreis unter der bewährten Leitung von Monika Stoye ist immer wieder für seine überraschenden, hochinteressanten und originellen Veranstaltungen bekannt. Und so auch diesmal: Wiederum im nun schon mehrjährigen Zusammenwirken mit dem Schillerhaus Leipzig! Gegenstand der Veranstaltung im Bauerngarten des Schillerhauses am 17. Juni 2026 war aktuell nicht Fontane, sondern die immerwährende vehemente Finanznot unseres Klassikers Friedrich Schiller. Als gute Kenner seiner Biografie wissen wir ja, dass er lebenslang, ganz im Gegensatz zum reich begüterten Goethe, stets mit materiellen Engpässen zu kämpfen hatte, sogar in seinen so erfolgreichen späteren Jahren als Familienvater und Hausbesitzer.

Der Hauptteil der Briefe, aus denen Michael Raschle so gekonnt las, stammte aber aus seiner früheren Lebenszeit. Anhand des kompletten Textes der original überlieferten Briefe, meist sind sie leider nur gekürzt zugänglich, konnte man die meisterhafte sprachliche und rhetorische Begabung Schillers wie auch sein hohes psychologisches Einfühlungsvermögen bewundern. Dabei zog er bei diesem so heiklen Thema alle Register seiner sprachlichen Möglichkeiten, um den betreffenden Adressaten von der Unbedingtheit der Hilfeleistung zu überzeugen. Wobei, wir wissen es ja, bei ihm stets die Gewissheit mitschwang, die gewünschten Summen selten oder nie zurückzahlen zu können. Trotz alledem, zumeist reagierten die Empfänger der Bittbriefe, oftmals waren es ja Freunde und Kollegen, durchaus positiv und gewährten Hilfe.

Michael Raschle. Foto: Andreas H. Birkigt

Michael Raschle hat all die genannten Sachverhalte mit einigen ironischen Einsprengseln seinerseits kommentiert. Ebenso hat er auch die Mitautorschaft von Monika Stoye bei der Erarbeitung des Skripts zu dieser vergnüglichen Veranstaltung hervorgehoben.

So war es eine unterhaltsame, aufschluss- und lehrreiche Stunde im sommerlich schönen Garten des Gohliser Schillerhauses, zumal wir, wie üblich mit kühlenden Getränken umsorgt wurden von der Hauschefin Franziska Jendrich-Tran.

 

 

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