Kategorie: Sektionen: Zeuthen

Zusatzveranstaltung in Zeuthen: Vortrag von Georg Bartsch

Mit Theodor Fontane über die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor.

Vortrag von Georg Bartsch mit Bildprojektionen

Die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor in Berlin gehören zu den kulturhistorisch bedeutendsten der Stadt. Bei unserem Spaziergang über diese Friedhöfe begegnen wir Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Dabei geht es meist weniger um diese selbst, sondern darum, wie Theodor Fontane sie beschrieb, ihnen begegnete, oder in seinen Werken unsterblich machte. Wir erfahren also viel über Fontane als Romancier, Wanderer durch die Mark Brandenburg und großen Briefschreiber. Freuen sie sich auf einen unterhaltsamen, kurzweiligen Vortrag mit vielen Bildern.

Samstag, 17. Februar 2018, 15 Uhr

DESY Zeuthen, Platanenallee 6

Fontane-Kreis Zeuthen

 

 

Der Fontane-Kreis Zeuthen 2013/14

Von Joachim Kleine

Seit Januar dieses Jahres boten wir – außer im Juli und August – monatlich eine Veranstaltung in einer Mischung von Vorträgen und Lesungen an: Texte von und über Fontane, Geschichtliches, Gespräche mit drei Autorinnen unserer Zeit, dazwischen einen Frühjahrsausflug in den Fläming, eine von Theodor Fontane zwar mehrmals durchfahrene, aber – da erst seit 1815 preußisch – kaum erkundete Gegend der Mark Brandenburg.

Nach wie vor können wir mit jeweils 30 bis 60 Teilnehmern rechnen. Wir berichteten darüber – Leander Wattig sei Dank! – auf den Internetseiten der Fontane-Gesellschaft.

Das relativ hohe und dauerhafte regionale Interesse an unseren Angeboten ist uns nicht selbstverständlich. In Zeuthen gibt es jetzt – neben vielen anderen – ein halbes Dutzend Kultur-, Literatur- und Musikvereine. Immer öfter bieten Schulen, Kirchen und einzelne Entertainer literarische Programme an, gelegentlich auch Fontanetexte. Auf Dauer kann sich in solcher Vielfalt nur behaupten, wer möglichst Originelles gediegen vermittelt. Vor allem darum bemühen wir uns. Bewährt hat sich, von Zeit zu Zeit thematische Schwerpunkte zu bilden und sie von mehreren Referenten von verschiedenen Gesichtspunkten aus besprechen zu lassen.

Jüngst geschah das mit Theodor Fontanes Verhältnis zu Glauben, Kirche und Geistlichkeit.

Im Oktober sprach – nach einem einführenden Überblick – Frau Dr. Eichel über das evangelische deutsche Pfarrhaus, seine gesellschaftlichen Funktionen einst und jetzt. Das Thema zog auch Mitglieder umliegender Kirchgemeinden an, und nach den lockeren Ausführungen der Referentin kam es zu einer regen Diskussion. Nicht weniger aufmerksam – wurden die an Details reichen und vorzüglich vorgetragenen Ausführungen Prof. Berbigs über Pastoren im Leben Theodor Fontanes aufgenommen. Unter dem Motto „Schafsköpfe, Heuchler, Narren und – noble Naturen“ resümierte Herr Berbig zunächst Fontanes recht unterschiedliche Urteile über Vertreter der Geistlichkeit seiner Zeit und beschrieb dann eingehend Fontanes Verhältnis zu (unserem Zuhörern bisher kaum bekannten) Pastoren: Auguste Fournier, Prediger der französisch-reformierten Kirche in Berlin, und Ferdinand Schultz vom Krankenhaus Bethanien – markante, für Fontane und seine Familie wichtige Persönlichkeiten, die er noch im Alter hoch schätzte. Diesem Nachmittag soll im nächsten Januar noch ein Besuch der kulturgeschichtlichen Ausstellung Leben nach Luther im Berliner Zeughaus folgen. Zudem wollen wir an Vertreter der Geistlichkeit in Fontanes Romanwerk, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede erinnern und sie etwas näher betrachten. Mitte März wird uns dazu Frau Dr. Kittelmann mit Gedanken zu Pastor Lorenzen, dem guten Geist von Haus „Stechlin“, eine Gesprächsgrundlage bieten.

Im November hörten und sahen wir einen an kunstgeschichlichen Details reichen Diavortrag des Kunsthistorikers Dr. Jörg Kuhn über die Schicksale des Berliner Schinkelplatzes und der ihn nun wieder zierenden Denkmale Thaers, Schinkels und Beuths. Diese von Insiderwissen getragene Expertise Dr. Kuhns war – nach seinen Referaten über Kunstwerke von Begas und Otto Lessing – bereits die dritte in Folge, weitere sollen folgen.

Wegen einer sich noch über Jahre erstreckenden beruflicher Inanspruchnahme wird Dr. Mende Ende 2013 aus der Leitung des Zeuthener Fontane-Kreises ausscheiden. Eine „Auszeit“ aus gesundheitlichen Gründen nimmt auch unser Fahrtenleiter Rainer Rohleder. Beiden gilt unser Dank für alles, was sie – jeder auf seine Weise – zum Wirken unseres Freundeskreises beitrugen. Auf sie zu verzichten, fällt uns nicht leicht. Doch unsere Leitung – Frau Arndt, Frau Bandelow, Frau Mende, Frau Münzer, Frau Pansegrau, Frau Steyer, Frau Tosch, Frau Vogler und Dr. Kleine – sechs von Ihnen sind Mitglieder der Theodor-Fontane-Gesellschaft – sowie verlässliche Mitwirkende „hinter dem Vorhang“ sind sich einig, diese Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.       

 

Programm für das 1. Halbjahr 2014

Sonnabend, 11. Januar 2014, 14.00 Uhr
Deutsches Historisches Museum (ehemals Zeughaus), Berlin, Unter den Linden 2
Besuch der Ausstellung Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses. Danach ein Abstecher zum Schinkelplatz

Sonnabend, 8. Februar 2014, 15.00 Uhr
Bibliothek Zeuthen, Dorfstraße 22
Antje Leschonski: Kindheitsspuren zwischen Havel und Oder. Buchvorstellung und Lesung, gemeinsam mit der Gemeindebibliothek

Sonnabend, 15. März 2014, 15.00 Uhr
DESY Zeuthen, Platanenallee 6, Seminarsaal III
Dr. Jana Kittelmann: Ein religiöser Sozialist? Zur Figur Pastor Lorenzens in Fontanes ‚Der Stechlin’. Vortrag und Gespräch

Sonnabend, 12. April 2014, 15.00 Uhr
DESY Zeuthen, Platanenallee 6, Seminarsaal III
Dr. Gotthard Erler: Fontanes Frauengeschichten. Eine Plauderei    

Sonnabend, 10. Mai 2014, 15.00 Uhr
DESY Zeuthen, Platanenallee 6, Seminarsaal III
Dr. Paul Irving Anderson: Metamorphosen. Das „vaterländische Thema“ in Fontanes erstem und in seinem letzten Roman. Vortrag und Gespräch
Nach einer Kaffeepause:
Horst Hölscher: Erkundungen zu Bohlsdorf, Fontanes erstem Schauplatz in ‚Vor dem Sturm’. Lichtbildervortrag

Sonnabend, 28. Juni 2014, 10.00 Uhr
DESY Zeuthen, Platanenallee 6, Seminarsaal III und Cafeteria
16. Zeuthener Fontanetag30 Jahre Ausstellung Fontane und Hankels Ablage
Dr. Joachim Kleine: Ein Rückblick und ein Ausblick.
Im Saal werden noch einmal die Tafeln der ersten Ausstellung von 1984 und andere Bilder, Entwürfe zu sehen sein.
Lesungen aus Arbeiten von und Korrespondenzen mit Schülern und anderen Besuchern der Ausstellung.
Nach der Mittagspause:
Mitwirkende des Fontane-Kreises Zeuthen lesen Szenen aus Ethy Schäfer-Sybens Streiflichtern, in denen die Schriftstellerin Fontanes Irrungen, Wirrungen bis in die Jahre des ersten Weltkrieges fortspann.

Terminänderung in Zeuthen

Die für den 5. Oktober 2013 vorgesehene
Nachmittagsveranstaltung über die gesellschaftliche Stellung des deutschen
Pfarrhauses im 19. Jahrhundert und über markante Pfarrergestalten bei Theodor
Fontane muss wegen der unvorhergesehenen Verhinderung von Mitwirkenden leider um zwei Wochen verschoben werden. Wir bitten alle Damen und
Herren, die die beiden hoch interessanten Vorträge hören möchten, sich auf den neuen Termin einzustellen:

Samstag,
19. Oktober 2013, 15.00 Uhr, DESY Zeuthen, Seminarsaal III:

Dr. Christine Eichel (Berlin):
Das deutsche Pfarrhaus – Hort des Geistes und der Macht.

Prof. Dr. Roland Berbig (Berlin):
„Schafsköpfe, Heuchler, Narren und – Noble Naturen“. Pastoren im Leben
Theodor Fontanes.

Für Erfrischungen in der Pause wird gesorgt sein. Im Auftrag der
Leitung: Dr. J. Kleine.

Fontane-Kreis Zeuthen: Dr. Gotthard Erler zum Ehrenmitglied ernannt

Text:  Kurt Jotka  

Rund 60 Zuhörer begrüßte Dr. Hans-Jürgen
Mende am 7. September im DESY Zeuthen zu einem Nachmittag zu
Ehren Dr. Gotthard Erlers – knapp
drei Monate nach dessen 80. Geburtstag, zu dem ihm auch seine Zeuthener
Verehrer beglückwünscht und eine gerahmte Fontane-Graphik Armin Mueller-Stahls
geschenkt hatten. Einleitend umriss Herr Mende den beruflichen Werdegang des Jubilars von dessen
Studium der Germanistik zum Editor von Werken der Weltliteratur (Heine, Goethe,
Heinrich Mann) und schließlich zum versierten, seit langem auch international
geschätzten Fontaneforscher und -verleger.

Dann plauderte Herr Erler selbst in seiner bekannt
unterhaltsamen Weise über Erlebnisse, Episoden seines Herausgeberlebens.
Dazwischen las Frau Franziska Junge, Gotthard und Therese Erlers Enkeltochter –
sie war eigens zu diesem Zweck aus München angereist – prägnant Anekdoten und
Briefstellen Theodor Fontanes, auch einige Auszüge aus Schriften ihres
Großvaters.

Den Schlusspunkt setzte Dr. Joachim
Kleine mit einer Lobrede auf die 30 Jahre währende
vielfältige Förderung der Zeuthener Bemühungen durch Gotthard
Erler und trug ihn im Auftrag der Leitung die Ehrenmitgliedschaft
im Fontane-Kreis an. Gotthard Erler,
sichtlich bewegt, nahm dieses Zeichen der Sympathie und der Wertschätzung
seines „Lebens für Fontane“ an. Herzlicher Beifall dankte ihm, mehr als ein
Dutzend seines jüngsten, von Wolfgang Stapp preiswert verlegten Buches „Hinterm
Berg wohnen auch Leute“ wurden gekauft und vom Autor signiert. Heiter, wie er
begonnen hatte, klang der schöne Septembertag aus.

 

Gotthard_Erler_(1993)_by_Guenter_Prust
Dr. Gotthard Erler (1993)

 

Lobrede zur Berufung Dr. Gotthard Erlers zum Ehrenmitglied des
Fontane-Kreises Zeuthen
– von Dr. Joachim Kleine

Lieber
Gotthard!

Mit
einer gewissen Naturnotwendigkeit hat uns einst das Bestreben, Theodor Fontanes
Verhältnis zum Spreeland hier auf Hankels Ablage ein Denkmal zu setzen, zu Dir
hingeführt. In der Fontane-Edition der DDR war der Aufbau-Verlag nun mal
die erste Adresse. Also wandte ich mich auf der Suche nach kompetenten und
potenten Partnern auch an ihn und bat in einem noch recht förmlichen Brief –
soweit noch greifbar – um Bücher der berühmten Aufbau-Fontane-Ausgabe. Das war am 2. August 1983. Es
dauerte nicht lange, da ließ uns Frau Thoma – damals Leiterin der Vertriebsabteilung
– mit freundlichem Gruße wissen: zunächst einmal habe Herr Dr. Erler veranlasst,
vier Bände der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ auf den Weg nach Zeuthen zu bringen. In der
Volksbuchhandlung Königs Wusterhausen könnten sie abgeholt werden.

Dass wir
das später mal einen „Urknall“ nennen würden – wer hätte es gedacht? Denn es
dauerte noch eine ganze Weile, bis wir Dich selber zu Gesicht bekamen. Erst
zweieinhalb Jahre später erschienst Du, um uns den von Dir gerade herausgebrachten
Familienbriefwechsel der Fontanes mit den Merckels vorzustellen – Zeugnisse von
schlüsselhafter Bedeutung für das Verständnis der schwierigen Anfänge des Schriftstellers
Fontane und seiner jungen Familie; denn da suchte er noch nach seiner
Bestimmung, litt Not und seine Frau war oft am Verzweifeln. Gleich
Dein erster Auftritt hier geriet zu einem markanten Ereignis und wurde hinsichtlich
seines geistigen Anspruchs richtungweisend für uns. Eigentlich war es ja ein
Thema für „Fortgeschrittene“, das Du uns da zugemutet hattest. Doch mir steht
noch immer lebhaft vor Augen, mit welch heiterer Gelassenheit Du uns „blutigen
Laien“ das Mysterium erklärtest, wie es zwischen einem eben noch radikal-demokratisch
gesonnenen Gelegenheitsdichter und Publizisten und dem politisch reaktionären
preußischen Adelsspross und Ministerialbeamten Wilhelm von Merckel – bald mehr
noch zwischen den Gattinnen beider – zu einer familiären Nähe kommen konnte,
die für die Fontanes überlebenswichtig wurde. Dies
gehöre eben, sagtest Du damals, zu den „Unwägbarkeiten in Geschichte und
menschlichen Bindungen über Klassenschranken und Standesunterschiede hinweg“. So etwas zu bekennen, war damals nicht ganz
selbstverständlich im zweiten deutschen Teilstaat. Doch es gewann Dir sofort
die Herzen Deiner Zuhörer – ob aller, weiß ich nicht und hielt es nicht für
wichtig. Was für mich zählte, war Dein Stil selbständigen, realistischen
Urteilens, der sich da geltend machte und den Erwartungen der meisten von uns
entgegen kam.

Angetan
von dem vollen Saal und der Neugier des Publikums, fandest auch Du Gefallen an uns, und Zeuthen wurde für
Dich bald zu einer bevorzugten Adresse. Mit der Zeit luden nicht nur wir Dich
zu Deinen von Mal zu Mal beliebter werdenden Fontane-Plaudereien ein: Du selbst botest sie nun an, und keine Fontane-Neuheit
erschien fortan bei Aufbau, die Du nicht auch hier – ja oft in Zeuthen zuerst –
vorstelltest. Wir haben hier auf dem Tisch mehr als 20 solcher Werktitel
ausgebreitet, es sind nicht alle, aber doch die markantesten Zeugnisse Deiner
Zuwendung. Sie reichen von den schon erwähnten, inzwischen arg zerfledderten
vier Wanderungsbänden über die von Dir angeregten und erarbeiteten
illustrierten Auswahlbände aus den „Wanderungen“ – darunter die zweibändige
Auswahl im Schuber von 1988, die man damals in Leipzig zum „Schönsten Buch des
Jahres“ gekürt hatte. Dann gehört dazu die bis heute unübertroffne dreibändige
Fontane-Gedichtausgabe Deiner Weimarer Kollegin Anita Golz von 1989, und
natürlich der dreibändige Ehebriefwechsel der Fontanes, von Dir und Deiner Frau
Therese 1993 schon im schönen Gewand der GBFA vorgelegt, dazu 2002 die
Emilie-Biographie – beides Aufsehen erregende Neuheiten in Fontaneforschung und
-edition. So
setzte sich das Jahr für Jahr fort bis zu Deiner jüngsten Schöpfung: der Anthologie Deines Lebens für Theodor
Fontane.

Dazwischen
markierten kaum zu zählende Vorträge, Lesungen und Gespräche – auch mit
Schülern – zu einzelnen Romanen, Erzählungen und anderer Genres Fontanescher
Wortkunst Deine Spur, nicht zuletzt Deine Funde auf dem schier unerschöpflichen
Feld der „Fontane-und-und-und-Thematik“. Mit jedem dieser Angebote öffnetest Du
uns eine weitere Pforte in bislang nicht oder kaum gekanntes Leseland.

Nie
werden wir Dir vergessen, wie überraschend Du uns im Mai 1989 Frau Prof. Jolles
zuführtest, die liebenswerte Fontaneforscherin aus London, die uns bis zu ihrem
Tode freundlich verbunden blieb – und deren „Leben für Fontane“ Du uns 2009 in
Gestalt der  zusammen mit Helen Chambers
besorgten Auswahl von Reden und Schriften der hoch verdienten Nestorin
zeitgenössischer Fontanistik ans Herz
legtest.

Nach und
nach ermuntertest Du uns zu selbst gestalteten (oder mitgestalteten) Darbietungen
und wusstest sie mit hilfreichen Hinweisen zu begleiten. Das begann mit dem
Fontane-Heyse-Briefwechsel, der – von Dir moderiert – 1991 auch bei der 1. Jahrestagung der
Fontane Gesellschaft in Gildenhall großen Anklang fand. Beinahe
wie von selbst wuchs im Verlaufe konstruktiven Zusammenwirkens ein offenherziges
Vertrauensverhältnis zwischen uns, das Kritik und Meinungsstreit einschloss. Dass
es da durchaus auch bei Meinungsverschiedenheiten bleiben konnte, charakterisiert unsere Beziehungen
zueinander als fontanisch tolerant: „Man kann es so machen und auch so.“

Lieber
Gotthard! Zu den Eigenheiten, die wir an Dir schätzen lernten, gehörte ein
ausgeprägter Zug von Bescheidenheit in Deinem Wesen. Die Aufmerksamkeit und
Zuneigung, das Mitgehen Deiner Hörer und Leser waren Dir stets das wichtigste
Honorar für Dein Bemühen. Das haben wir dankbar beobachtet, und es ist uns nicht
selbstverständlich geworden. Heute ermutigt es uns, Dir angesichts Deiner 80 Jahre
als Zeichen unserer Sympathie und unseres großen Respekts vor Deiner
Lebensleistung die Ehrenmitgliedschaft im Zeuthener Fontane-Kreis anzutragen.
Das Besondere dieser Anerkennung liegt in ihrem ideellen Wert, in dem Geist
wechselseitiger Wertschätzung, der sie trägt. Neue Pflichten erwachsen Dir
daraus nicht – auch wenn wir Dich nun zu unseren Leitungsberatungen einladen
und uns über Deine gelegentliche Teilnahme daran, Deine Ratschläge und
Empfehlungen freuen werden.

Gemessen
an den Würdigungen, die Dir diesen Sommer über schon zuteil wurden, mag Dir unsere Geste vielleicht wie ein bloßes
Sahnehäubchen auf der Geburtstagstorte erscheinen. Doch dieses „Häubchen“ ist eigens
für Dich zubereitet worden und kommt von Herzen.

Im Namen
unserer Leitung und aller, die hier versammelt sind, danke ich Dir aufs herzlichste für die vielen schönen Jahre der
Gemeinsamkeit! Mögen sie sich noch lange fortsetzen!

-.-.-

 

Foto: Günter Prust, CC-Lizenz (BY)

Fontane-Kreis Zeuthen: Fontanes „Stechlin“ – Wunschbild und Wirklichkeit

Kontakt zum Fontane-Kreis Zeuthen

Text: Dr. Joachim Kleine

Unter diesem Motto widmete sich der 15. Zeuthener Fontanetag
am 8. Juni 2013 dem letzten Roman, den Theodor Fontane zwischen 1895-98
vollendet und noch selbst zum Druck gegeben hat. In einem weit gespannten
Gesellschaftspanorama aus dem Berlin und der Mark Brandenburg der 1890er Jahre
gibt sein Verfasser darin ein durch die milde Sonne seines Lebensabends
verklärtes Bild vom märkischen Adel, wie er „sein sollte und wie er ist“. Mit vielen
Gesprächen und Selbstgesprächen seiner Romanfiguren verflocht Fontane eigene
Ansichten und Einsichten. Viele von ihnen sind sprichwörtlich geworden. „Der Stechlin“
gilt darum als „Vermächtnisroman“ des alten Fontane. Jedenfalls ist es ein gedanklich ungemein dichtes Werk,
reich an zeitgeschichtlichen Andeutungen und Anspielungen, das sich – so leicht
und erhebend es sich lesen lässt – Lesern von heute in seiner ganzen Tiefe eigentlich
erst durch „Entschlüsselung“ erschließt. Dazu sollten die Darbietungen im
Zeuthener DESY beitragen. Wie ihr lebhaftes Echo unter den rund 60 Zuhörern zeigte,
ist ihnen das auch gelungen. 

Zwei Vorträge und eine szenische Lesung hatten wir
angekündigt. Den „Aperitif“ reichte uns Klaus-Peter Möller,
Sachkenner hohen Grades, hatte er doch das Buch im Rahmen der Großen
Brandenburger Ausgabe neu herausgebracht und den 455-Seiten-Roman auf 256
Seiten ausgiebig erläutert. Es war ein reines Vergnügen zu hören, wie er sein
Thema: „Der ‚Stechlin’ als Herausforderung für Leser, Interpreten und
Kommentarsklaven“ in einen Spaziergang durch den Alltag eines Herausgebers
verwandelte. Auf dem Weg von seiner Gardedragonerkaserne vor dem Hallischen Tor
zu den Barbys am Kronprinzenufer fällt Woldemars Blick auf „ein wohl zwanzig Fuß hohes riesiges
Kaffeemädchen“, das den Vorübereilenden ein Päckchen „Kneippschen Malzkaffee“
anbot. Angesichts dieser von Theodor Fontane scheinbar nur beiläufig erwähnten Wandreklame,
ließ uns Herr Möller zunächst an seiner Suche nach dem Vorbild und möglichen
Sinngehalt dieser Figur teilnehmen, projizierte Liotards Pastellbild eines
Schokoladenmädchens und – nach einer Serie ähnlicher Gestalten – schließlich
jene junge Frau mit „einem ganz kleinen Häubchen auf dem Kopf“ an die Wand, die
Fontanes Beschreibung entsprach. Im Inseratenteil einer alten Zeitschrift hatte
er sie schließlich gefunden. Ein Bild des durch seine Kaltwasserkuren damals
berühmt gewordenen Wörishofener Pfarrers Sebastian Kneipp folgte, und Gedanken über
einen jener Wohltäter der Menschheit schlossen sich an, zu denen und deren
segensreichem Wirken sich Pastor Lorenzen im Roman später bekennt und – wie
Theodor Fontane selbst – in sie seine Hoffnungen setzt. Wie die Sonne in einem
Wassertropfen, so schien in dieser Szenerie nicht nur ein Stück Berliner Leben
der 1890er Jahre, sondern das humanistische Bekenntnis Fontanes zur „neuen
Zeit“, die anbricht, vor unseren Augen auf. Das dieses Bekenntnis, so klar und
unmissverständlich es zu sein scheint, im Verlaufe des 20. Jahrhunderts dennoch
auf die unterschiedlichste Weise ausgelegt und in Anspruch genommen wurde, ließ
Herr Möller am Vergleich der Vorworte dreier ansonsten satzidentischer Reclam-Ausgaben
des Romans von 1929 (verfasst von Thomas Mann), 1934 (von Walter Linden) und
etwa 1950 (von Paul Rilla) deutlich werden. 

Ähnlich – und doch
wieder ganz anders – leitete Rolf Zuberbühler,
literaturkundiger Germanist und Fontaneverehrer aus Gerlikon / Schweiz, die
Vorstellung seines Buches „DER STECHLIN. Fontanes politischer Altersroman im
Lichte der ‚Vossischen Zeitung’…“ mit
einem weit gespannten Überblick über die atemberaubenden
wissenschaftlich-technischen, wirtschaftlichen und politisch-sozialen
Änderungen der modernen Welt im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ein und
schilderte, wie sich dieser Anbruch der „neuen Zeit“ damals in der liberalen „Vossischen Zeitung“, dem Leib- und
Magenblatt des alten Fontane, und in noch anderen Zeitungen und Zeitschriften
spiegelte, die Fontane regelmäßig las, in denen er gelegentlich auch selbst
Stellung zu aufregenden Geschehnissen bezog. Wie vor ihm Klaus-Peter
Möller, so demonstrierte Rolf
Zuberbühler an wenigen, vom flüchtigen Leser kaum zu bemerkenden
Worten und Wendungen, deren sich Fontane im Roman bediente, an Episoden und
Anekdoten, die er mit der Handlung verflocht, Fontanes Methode der
Anverwandlung wirklicher Orte, Personen
und zeitgeschichtlicher Ereignisse an seine künstlerische Absicht und Komposition.
So etwa daran, was die von Woldemars Freund Rex beim Betrachten der Glaskugel
vor dem Stechliner Gutshaus fallengelassene Bemerkung „Industriestaat!“ mit der
Wirtschafts- und Handelspolitik des damaligen Reichskanzlers Caprivi zu tun
hatte. Oder daran, dass Fontane die im „Wahlkapitel“ des Romans vom Gutsherr
Molchow belustigt zum Besten gegebene Anekdote, wie Bismarck in jungen Jahren eine
„reichen Amerikanerin“ durch eine Berliner Gemäldegalerie geführt, deren Bilder
er vorher nie gesehen und – so von Molchow – „mutmaßlich alle falsch erklärt“
hatte, offenbar der in der „Vossin“ vom
20. August 1895 mitgeteilten „Bismarckerinnerung“ einer schwedischen Dame
verdankte. Beachtet man den von Fontane gelegentlich hoch geschätzten
Kunstverstand Bismarcks, so liest man diese Episode als spöttische
Charakteristik der Banalität des Junkers
Molchow, dem nur daran gelegen war, der Begebenheit einen Biertischwitz
abzugewinnen. Mit Nachdruck verdeutlichte Herr Zuberbühler an Textstellen
des „Stechlin“, dass man dessen zuletzt liberal gesonnenen Autor wohl den
freien und humanen Sinn zubilligen muss, den er im
Roman „Ausnahmeerscheinungen“ wie dem alten Dubslav von Stechlin und Pastor
Lorenzen, auch dem Grafen Barby beilegte und mit dem er sich selbst vom Adel,
„wie er ist“, doch auch vom Manchesterkapitalismus seiner Zeit kritisch
distanzierte. Aber ein Parteigänger – gleich welcher Richtung – war er nicht. Mit
dem „Stechlin“, so lässt sich Rolf Zuberbühlers
Vortrag auf den Punkt bringen, bekannte sich Theodor Fontane zu einem humanen
Wunschbild der „neuen Zeit“, dem sich die Menschheit – nach den fürchterlichen
Irrwegen, Kriegskatastrophen, und missratenen Revolutionen des 20. Jahrhunderts
– bis heute nur schrittweise, teilweise, zeitweise zu nähern vermochte. – Die
Lesung von Zitaten aus dem Roman durch Edith Krauß
und Joachim Kleine wurde auch von
anwesenden Experten wie Gotthard Erler
und Paul Anderson als
nachahmenswerte Auflockerung des anspruchsvollen (und mit anderthalb Stunden
Dauer etwas langen) Vortrags empfunden.

Unter dem Motto „Eine neue Zeit bricht an…“ setzte nachmittags
die szenische Lesung des „Stechlin“ durch das Zeuthener Hube-Hosfeld-Ensemble
den Schluss- und – so darf man sagen – den Glanzpunkt des Tages. Den Text eines
solchen fast 500seitigen epischen Werkes für ein Anderthalbstundenprogramm so
auszuwählen, zu verknappen und mit ebenso einfühlsamen wie sparsamen
Überleitungen miteinander zu verknüpfen, dass ihn die Zuhörer nicht als
Aneinanderreihung von Ausschnitten, sondern als ein Ganzes empfinden, setzt Respekt
vor dem Kunstwerk ebenso wie Vertrautheit mit ihm und seinem Hintergrund voraus. Solche Sachkenntnis und solchen Respekt bewiesen zu
haben, dies vor allem kann man dem Ensemble und seinen dienstbaren Geistern hinter
den Kulissen bescheinigen. Ihre Auswahl setzte zwei deutliche Akzente:
Ausführlich wird Fontanes Entfaltung des Romans im ersten Kapitel und die
Einführung der hauptsächlichen Träger der Handlung – die Stechlins und die
Barbys mit ihren wichtigsten Bezugspersonen – wiedergegeben, so dass auch Zuhörer, die den Roman noch nicht kennen,
ins Bild versetzt werden. Der dann folgende Verlauf des Geschehens leitet zügig
zum Hauptteil über, der – nach kurzer Pause – mit der fast vollständigen Wiedergabe
des 29. Kapitels, der Begräbnisszene und des Romanschlusses die ideellen „Bekenntnisse“ des Romans aufs
deutlichste hervorhebt. Der werksgemäßen sprachlichen Darbietung der Texte zeigten
sich Brigitte Hube-Hosfeld und Wolfgang Hosfeld – beide Schauspieler mit
langjähriger Bühnenerfahrung – wie schon in vorausgegangenen Fontaneinterpretationen –
vollauf gewachsen, wobei Frau Hube-Hosfelds stimmlich-sprachliches
Modulationsvermögen – sie trug nicht nur die weiblichen Rollen, sondern auch
die des Erzählers und die Überleitungstexte – besonders gepriesen sei. Brigitte
Breitkreuz setzte mit ihrem Zupfinstrument – für manche überraschend – wohltuende Töne an Anfang, Ende
und zwischen das Gesprochene.

Lang anhaltender, herzlicher Beifall dankte den Akteuren für ihre Kunst.

Der Zeuthener Fontane-Kreis im 1. und 2. Halbjahr 2013

Text: Joachim Kleine

Unser Veranstaltungskalender begann am 26. Januar wie der
des Jahres 2012 geendet hat: mit Friedrich II.: „Wie wird man ein Großer?
Friedrichs Weg in die Geschichte“
 war das Motto der Veranstaltung. Den ersten Teil bestritt Dr. Jürgen Luh, Historiker und, seit
2008, Referent
für Wissenschaft und Forschung in der Generaldirektion der Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Er hat sich als Kurator
bedeutsamer Ausstellungen und als Publizist einen Namen gemacht. Außerordentlichen
Erfolg brachte im vorigen Jahr die Ausstellung „Friederisiko“ im Potsdamer Neuen
Palais mit mehr als 350.000 Besuchern. Diese Ausstellung, wie sein Buch Der Große. Friedrich II. von Preußen,
2011 bei Siedler erschienen, werden als eine Zäsur in der Preußenrezeption
bewertet. L. räumte einige Legenden aus und zeichnete ein neues Bild von diesem
Preußenkönig, das aufmerksam zur Kenntnis genommen wurde und auch uns zur
Diskussion anregte. Zum Ausklang des Tages hörten wir „Privates“ aus dem
Briefwechsel Friedrichs mit seiner Lieblingsschwester Wilhelmine, der späteren
Markgräfin von Bayreuth, gelesen von Christine und Gerd Bandelow sowie Frau
Maria Luise Lüpke. Flötentöne von Friedrich II. und Quantz entführten
uns in die musikalische Welt von einst.

An
jüngste deutsche Geschichte erinnerte uns dagegen die Journalistin und
Radiomoderatorin Marion Brasch mit ihrem Buch Ab jetzt ist Ruhe. Roman
meiner fabelhaften Familie
. Sie las am 16. Februar daraus und stellte
sich den Fragen und Meinungen vieler Gäste. Deren lebhafte Anteilnahme
verwunderte nicht, war ihr Vater Horst doch ein DDR-Kulturpolitiker in hohen
Ämtern, der – trotz Ergebenheit zu seiner Partei – mit dieser in Konflikt
geriet und gemaßregelt wurde, ihre Mutter – eine bekannte Journalistin –
desgleichen. Zwei ihrer Brüder dagegen wurden zu oppositionellen Schriftstellern
und brachen mit dem Staat, auch der jüngste, ein Schauspieler, ging eigene Wege.
Sie alle starben früh und unter tragischen Umständen. Marion Braschs Roman gibt
tiefe, in ihrer Direktheit und Unverstelltheit ergreifende Einblicke in den Alltag
einer zerbrechenden Familie. 

Am 9. März referierte Dr. Maria Brosig über “Alle
Mätressen sind tot.“ Paarkonstellationen der DDR-Literatur in der Tradition
Fontanescher Beziehungsmuster
. Die
promovierte Literaturwissenschaftlerin und Mitarbeiterin am Institut für
Germanistik der Universität Potsdam äußerte sich zu dem Thema schon im Heft 94
der Fontane-Blätter. In ihrem Vortrag ging es eigentlich mehr darum, ob und
inwieweit in den von ihr betrachteten Romanen von DDR-Schriftstellern und in
der daraus ersichtlichen Veränderungen im Rollenverhalten von Frauen von einer
Tradierung Fontanescher Beziehungsmuster 
gesprochen werden könne, ob es da – sieht man von tragischen
Liebeskonflikten ab, wie sie es zu allen Zeiten gab und gibt – nicht vielmehr
um ein ganz anderes, ideologisch motiviertes Frauenbild ging. Das wurde recht kontrovers diskutiert und regte manche Zuhörer(innen)
an, sich unter diesem Blickwinkel selbst noch einmal mit dem einen oder anderen
der an diesem Nachmittag auch antiquarisch angebotenen Buchtitel zu befassen. 

Am 6. April 2013 war die
Brandenburger Schriftstellerin Jenny
Erpenbeck
bei uns zu Gast. Sie
las aus ihrem neuesten Buch
„Aller Tage Abend“.
Jenny Erpenbeck beschreibt in dem Roman meisterhaft fünf
mögliche Biographien ein und derselben Frau, die sich an Schicksale ihrer
Großeltern und deren Zeitgenossen anlehnen. Besonders beeindruckte, wie es die
Autorin vermocht hatte, ihre Verflechtung von Fiktivem mit wirklich Geschehenem
ins Allgemeingültige zu heben. Der Roman erlebte schon mehrere Auflagen und
wurde mit mehreren Buchpreisen. Auch andere ihrer Bücher – wie die Geschichte vom alten Kind (1999), Tand. Erzählungen (2001), Wörterbuch. Roman (2004) Heimsuchung. Roman (2008), Dinge, die verschwinden. Kolumnensammlung (2009)
fanden viele Leser. 

Ein besonderes „Fontaneereignis“ –
von rund hundert Zuhörern wahrgenommen – gab es am 20. April: Da ging Dr. Gotthard
Erler
– seit fast drei Jahrzehnten eng mit dem Zeuthener
Fontane-Kreis verbunden – weit über das angekündigte Thema Fontane illustriert
hinaus, plauderte fast anderthalb Stunden frei, nur durch einen Spickzettel und
einige Lesezeichen unterstützt, höchst unterhaltsam über Theodor Fontanes
Neigung zu bildenden Künstlern seiner Zeit – und dieser zu ihm, über die
gleichwohl nicht immer unproblematische oder gar nicht zustande gekommene
Zusammenarbeit mit Malern und Graphikern, die ihn porträtierten, manches Buch
von ihm bebilderten (oder hätten bebildern können) wie über die Buntheit und
Vielfalt der Handschriften all jener, die sich dieser Aufgabe später stellten
und noch immer stellen: von Max Liebermann über Max Schwimmer, Peter Nagengast
und Sabine Wilharm bis zu Armin Mueller-Stahl. Beinahe beiläufig nach solch
weit gespanntem Exkurs stellte Herr Erler sein Fontane-Brevier vor. Unter dem Titel „Man hat keine andre Heimat
mehr als die Erde“ ist es gerade von Faber & Faber in Leipzig herausgegeben
worden. Auf 180 Seiten hat Herr Erler darin bemerkenswerte, vielfach ergötzliche
Texte aus allen Genres Fontanescher Wortkunst vereint: Bonmots aus Briefen und Prosawerken,
Gedichte, Bekenntnisse und scharfsichtige Beobachtungen, Erfahrungen, Lebensweisheiten.
Manches aus Erlers Auswahl ist längst zum Geflügelten Wort geworden, vieles
liest sich erstaunlich neu und wie für uns geschrieben. Der Graphiker Egbert Herfurth setzte 40 witzige Vignetten dazwischen, Dr.
Mende sorgte mit Großprojektionen für die Veranschaulichung. Es ist ein schönes,
lesens- und schenkenswertes Buch geworden – und kostet nur 12 Euro! 

Am 25. Mai bleibt es bei unserem geplanten
Tagesausflug in den Hohen Fläming. Durch
Rainer Rohleder, unseren bewährten,
umsichtigen Fahrtenleiter, ist alles solide vorbereitet, der Bus – schon ausgebucht. 

Am 8. Juni wird der 15. Zeuthener Fontanetag zu Fontanes „Vermächtnisroman“
Der Stechlin
stattfinden. Wir
erwarten vormittags ab 10.00 Uhr im DESY Zeuthen zwei Vorträge. Einem Auftaktreferat
Klaus-Peter Möllers vom Potsdamer
Fontane-Archiv wird sich Dr. Rolf Zuberbühler
mit dem Hauptreferat anschließen. Seitdem der Schweizer Germanist vorigen
Sommer in Berlin sein Buch Fontanes
politischer Altersroman im Lichte der ‚Vossischen Zeitung’…
vorstellte, ist
er vor zwei Monaten in Winterthur und vorigen Montag in Bocholt mit deutlich
veränderten Neufassungen seines Vortrags darüber aufgetreten und fand großen
Anklang. Auch Zeuthen lässt keinen „zweiten Aufguss“, sondern manches Originelle
erwarten. Der Tag dürfte also für jedermann besuchenswert sein. Umso mehr, als
das Zeuthener Hosfeld-Ensemble nachmittags
mit einer szenischen Lesung des Romans aufwarten
wird; sie entsteht gerade – eigens zu diesem Zweck. Um nicht nur Interpreten,
sondern auch Fontane selbst zu Wort kommen zu lassen, haben wir auf das für den
Nachmittag ursprünglich vorgesehene Korreferat Dr. Paul Irving Andersons verzichtet.
Der mit oft überraschend neuen Deutungen aufwartende Fontaneforscher und
-interpret aus Aalen / Baden-Württemberg wird nächstes Jahr für ein etwas
verändertes Thema einen eigenen Termin eingeräumt bekommen.

Im 2. Halbjahr 2013 sind folgende Veranstaltungen geplant:

  • Unter dem Motto „Gotthard Erler
    80 Jahre“
    wollen wir am 7. September in einem festlichen Rahmen dessen im
    Stapp-Verlag herausgekommene Anthologie’Hinterm
    Berg wohnen auch Leute’. Theodor Fontane, seine Familie, seine Freunde, seine
    Bücher
    vorstellen und daraus lesen. Die Anthologie kann zu einem
    Vorzugspreis erworben werden.
  • Einen Monat später,
    wahrscheinlich am 5. Oktober, folgen zwei
    Vorträge zu einem wichtigen Fontane-Thema
    : Frau Dr. Christine Eichel wird über Das
    deutsche Pfarrhaus – Hort des Geistes und der Macht
    und Prof. Dr. Roland Berbig über Pastoren
    bei Fontane 
    sprechen.
  •  Am 9. November begrüßen wir Dr. Rolf Kuhn zu seinem Dia-Vortrag Die
    Denkmäler auf dem Berliner Schinkelplatz
    . Dr. Kuhn ist uns seit seinen
    vorjährigen Darlegungen über den Baukünstler, Bildhauer und Maler Otto Lessing,
    einen Zeitgenossen Fontanes, in bester Erinnerung. 
  • Am 7. Dezember schließlich
    wollen wir das Jahr mit Balladen und Gedichten Theodor Fontanes
    vertont
    beschließen. Die Sopranistin Ute Beckert wird uns damit
    erfreuen, vielleicht gelingt es uns, einige Schülerinnen und Schülern mit
    Rezitationen einzubeziehen.

Alle Vorträge finden, wenn nicht
anders angekündigt, jeweils samstags ab 15.00 Uhr im DESY Zeuthen, Platanenallee
6, Seminarsaal III statt.

Die Märkische Allgemeine berichtet über Hans-Jürgen Mende, Zeuthen

Märkische Allgemeine, 11.11.2010:

Friedenskind mit einer Faszination für Friedhöfe: Hans-Jürgen Mende ist der neue Chef des Zeuthener Fontane-Kreises

"Hans-Jürgen Mende ist auch als Chef des Fontane- Kreises keiner, der mit einem Zitat aus dem Stechlin aufsteht und einer Szene aus Effi Briest schlafen geht. Der neue Mann an der Spitze der Literaturgruppe bezeichnet sich als 'normalen Fontaneleser'." (…)