Kategorie: Sektionen: Schleswiger Land

Sektion Schleswiger Land: Nachruf auf Helmuth Nürnberger

Am 19.11.2017 ist Prof. Dr. Helmuth Nürnberger im Alter von 87 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die deutsche Literaturwissenschaft ihren wohl bedeutendsten Fontane-Forscher, die Fontane-Blätter einen ihrer unermüdlichsten Mitarbeiter, die Gesellschaft ihren langjährigen Vorsitzenden und Ehrenpräsidenten; wir aber, die Mitglieder und Freunde der Sektion Schleswiger Land, verlieren unseren Mentor, denn wir hatten das große Glück, dass Helmuth Nürnbergers Wohnort in unserem „Einzugsbereich“ lag.

Obwohl er die Sektion nicht gegründet hat, steuerte er im Laufe von zwei Jahrzehnten zahlreiche, stets gut besuchte Vorträge bei und ließ es sich auch sonst eigentlich nie nehmen, zu den angekündigten Terminen in die Buchhandlung Rüffer zu kommen. Anlässlich von Prof. Berbigs Festvortrag zum zwanzigjährigen Bestehen der Sektion hatten wir ihn im September 2016 zum letzten Mal in unserer Mitte.

Hier ist nicht der Raum, seinen wissenschaftlichen Werdegang nachzuzeichnen, seine Publikationen aufzulisten oder seiner Herausgebertätigkeit und seiner Bedeutung für die Fontane-Gesellschaft gerecht zu werden. Wir erinnern uns an den Vortragenden und denjenigen, der fast jedem Thema anderer Referenten noch eine ganz eigene Betrachtung abgewinnen konnte und so nicht selten mit seinen Gedanken unsere Abende beschloss.

Helmuth Nürnberger liebte die Literatur, lebte für sie, mit und in ihr; nicht zuletzt deshalb war er ein Meister des Wortes. Als Dozent an der Pädagogischen Hochschule Flensburg prägte er mit seinen fesselnden Vorlesungen und facettenreichen Seminaren ganze Heerscharen von heute noch tätigen Deutschlehrern. Immer wieder faszinierte er mit seinem schier unerschöpflichen Wissen, einem grandiosen Zitatenschatz und einer Freude am Formulieren, die nicht selten sein eigenes poetisches Talent verriet. Stets gelang es ihm, den Funken der Begeisterung überspringen zu lassen und fast automatisch sagte man sich: Das will ich lesen! Diese besondere Fähigkeit hat ihn bis zu seiner Erkrankung Ende 2016 nie verlassen, und die Sektion Schleswiger Land hatte immer wieder den Vorzug, seinen Worten lauschen zu dürfen. Er beherrschte seine Materie, aber er war auch jemand, der bei allem wissenschaftlichen Ernst niemals die komischen, zuweilen abgründigen Seiten der Literatur übersah. Schmunzelnd, mitunter auch herzhaft lachend und nicht selten voller Selbstironie brachte er dann seine Bemerkungen auf den Punkt oder deutete sie – vielleicht durch ein offen endendes Zitat – lediglich feinsinnig-geistreich an.

Mit Helmuth Nürnberger verliert die Sektion ihren guten Geist. Er wird uns fehlen.

20 Jahre „Sektion Schleswiger Land“ der Theodor Fontane Gesellschaft

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Am 7. September 2016 hat die „Sektion Schleswiger Land“ mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Berbig ihr zwanzigjähriges Bestehen gefeiert. Unsere Vorsitzende Ulrike von der Goltz erinnerte an die Gründung der Sektion im September 1996, würdigte ihre Vorgänger Götz Krutein sowie Oliver Bruhns und vermittelte dann durch Hinweis auf eine Auswahl der rund 140 Veranstaltungen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten in der nördlichsten Sektion stattgefunden haben, einen Eindruck von der erstaunlichen Bandbreite der Themen. Sie ging dabei auch auf die Beiträge von Prof. Dr. Helmuth Nürnberger ein; der Gründungsvorsitzende und heutige Ehrenpräsident der Gesellschaft war in all den Jahren gewissermaßen Mentor der Sektion und hat es sich auch an diesem Abend nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Ihr herzlicher Dank galt Herrn Ulf Hansen, der uns die Buchhandlung Rüffer stets in liebenswürdiger Weise als Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt hat. Ulrike von der Goltz verwies darauf, dass sich mit der Wahl des Namens „Schleswiger Land“ von Beginn an der Anspruch verband, sozusagen „grenzüberschreitend“ zu wirken, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Tatsächlich ist es gelungen, nicht nur interessierte Mitglieder und Freude der Gesellschaft aus der Stadt Flensburg, dem Kreisgebiet und darüber hinaus bis zur Westküste und zur Kieler Bucht zu gewinnen, sondern auch solche, die nördlich Grenze leben, dauerhaft an die Sektion zu binden. Und so durften wir uns auch an diesem Abend darüber freuen, dass unsere dänischen Freunde abermals nach Flensburg gekommen waren. Im weiteren Sinne „grenzüberschreitend“ sind die Kontakte zu benachbarten Literaturgesellschaften, zu Schulen der Region und zum Deutschen Seminar der hiesigen Universität. Daran anknüpfend konnte unsere Vorsitzende den Anwesenden mitteilen, dass Prof. Dr. Matthias Bauer sich bereit erklärt hat, mit sofortiger Wirkung in die Leitung der Sektion einzutreten. Konsequenter Weise übernahm er es sogleich, den Referenten des Abends, den stellvertretenden Vorsitzenden der Theodor Fontane Gesellschaft, herzlich zu begrüßen, vorzustellen und die recht zahlreichen Zuhörer auf den Vortrag einzustimmen: „Ulk, Radau, Mumpitz: Gefeiert – und auch wieder nicht“.

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Prof. Berbig führte mit einem Blick auf die „Perlenhochzeit“ Fontanes in sein Thema ein und spannte dann einen weiten Bogen. Er ging nicht nur auf die zahlreichen feierlichen Ereignisse in Fontanes Leben ein, sondern bettete diese biografischen Fakten in einen gesellschaftlichen Kontext ein, der einerseits die komplexen Zusammenhänge zwischen Zurückhaltung und Selbstinszenierung, Erdulden und Genießen, unmittelbarer und nachträglicher Wahrnehmung bei Fontane erhellte. Andererseits boten diese Einblicke in die bürgerliche Welt des 19. Jahrhunderts immer wieder Gelegenheit, mit dem eigenen Leben zu vergleichen. Durch humorvolle und nicht selten selbstironische Zwischenbemerkungen unterstützte der Vortragende die lebhafte innere Auseinandersetzung mit dem Gehörten. Und so konnte auch eine scheinbar akademische Unterscheidung zwischen Fest und Feier für so manchen Zuhörer zu einem Aha-Erlebnis werden. Es ist nicht möglich, in diesem Rahmen die Gesamtstruktur des Vortrags auszubreiten oder auch nur den wesentlichen Gedankengang zusammenzufassen. Festzuhalten bleibt, dass die Anwesenden in Fontanes Zeit eintauchen und sein schwieriges Verhältnis zu Feierlichkeiten aller Art nachempfinden konnten.

Wie sehr Prof. Berbig das Interesse der Zuhörer geweckt hatte, zeigte die sich anschließende ungewöhnlich lebhafte Diskussion. Zahlreiche Elemente des Vortrags wurden aufgegriffen, gewürdigt und auf andere Zusammenhänge übertragen. Immer wieder kam der Austausch zwischen den Zuhörern und dem Referenten auf die facettenreiche Persönlichkeit unseres Lieblingsautors zurück, und Prof. Berbig fügte noch den einen oder anderen Mosaikstein ins Bild ein und deutete mehrfach an, wie viel es noch zu sagen gäbe. „Fontane liest man nicht aus“, pflegt Prof. Nürnberger zu sagen, und so lässt uns der intensive Austausch über den – im doppelten Sinne zu verstehenden – „Festvortrag“ von Prof. Berbig optimistisch in die Zukunft unserer Sektion schauen.

Ulrike Freifrau von der Goltz

Prof. Dr. Matthias Bauer

Dr. Harald Hohnsbehn

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Fotos: Paula Neitzel

Sektion Schleswiger Land: 1864 – Der Nachklang des Krieges bei Theodor Fontane und Herman Bang

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Am 15. Januar 2014 hat die Sektion Schleswiger Land in Zusammenarbeit mit der Duborg-Skolen in Flensburg, dem Bernstorff-Gymnasium Satrup und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik eine besondere Veranstaltung durchgeführt.

Anlässlich des Gedenkens an den deutsch-dänischen Krieg von 1864, der unsere Heimat vor 150 Jahren erschütterte, haben wir Texte von Bang und Fontane ausgewählt, die sich auf dieses Ereignis beziehen. Der 1857 auf der Insel Alsen geborene Herman Bang, der bedeutendste dänische Schriftsteller seiner Zeit, veröffentlichte 25 Jahre nach der Schlacht um die Düppeler Schanzen seinen Roman „Tine“, ein tragisches Frauenschicksal, das sich vor dem Hintergrund des Krieges von 1864 abspielt. Theodor Fontane war an dem Abend mit Auszügen aus zwei Werken vertreten. In seiner Darstellung „Der schleswig-holsteinische Krieg im Jahre 1864“ erläutert er den Rückzug vom Danewerk und verteidigt die Entscheidung des dänischen Oberkommandierenden de Meza, der im eigenen Land angefeindet und entlassen wurde. Der zweite ausgewählte Text, die Reportage „Aus dem Sundewitt“, ist eher unbekannt. Fontane schildert darin seine persönlichen Eindrücke vom Düppeler Schlachtfeld, das er sechs Wochen nach den Kämpfen besichtigt hat.

Die ins Deutsche übersetzten Kapitel aus Bangs Roman wurden von zwei Schülern des dänischen Gymnasiums in Flensburg gelesen, den Vortrag der Fontane-Texte übernahmen zwei Schülerinnen des im ländlichen Raum, südlich von Flensburg gelegenen Bernstorff-Gymnasiums. Die ausgewählten Passagen beleuchteten jeweils die gleiche Situation – den Rückzug vom Danewerk und die Zeit unmittelbar nach der Schlacht bei Düppel – aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Die eigentlichen Lesungen wurden durch ein- und überleitende Worte in einen Zusammenhang gestellt, von zwei Lehrkräften der Duborg-Skolen musikalisch untermalt und optisch bereichert durch die historischen Bilder von Friedrich Brandt, einem schleswig-holsteinischen Pionier der Kriegsfotografie.

Die ganze Veranstaltung fand dankenswerter Weise im stilvollen historischen Festsaal der Duborg-Skolen statt und erfreute sich großem Interesse. Hervorzuheben ist die bunte Mischung des Publikums. Beide beteiligten Schulen waren durch eine zwölfte Klasse sowie die jeweiligen Rektoren vertreten, interessierte Lehrkräfte sowie Mitglieder der einladenden Gesellschaften hatten sich eingefunden, und auch unser Ehrenpräsident Prof. Dr. Helmuth Nürnberger hatte es sich nicht nehmen lassen, an dieser Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Der gelungene Abend endete mit der Aufforderung, Fontane und Bang zu lesen und sich für den Frieden und die Völkerverständigung einzusetzen.

(Dr. Harald Hohnsbehn)

Von Ribbecks Birnen schmecken noch immer: Bericht über Fontanes „Herr von Ribbeck“ im Unterricht

Vom Lesepaten des Fördervereins der Stadtbibliothek Flensburg, Herrn Helmut Dahmer, der seit 1 ½ Jahren an der Handewitter Grundschule tätig ist, erhielt Frau Ulrike von der Goltz, Vorsitzende der «Sektion Schleswiger Land» der Fontane-Gesellschaft, den folgenden Bericht über ein erfolgreiches und zugleich anregendes Unterrichts-Projekt:

1Im Februar dieses Jahres stand in der 4. Klasse der Handewitter Grundschule das Thema Textsorten auf dem Programm. Für den Bereich Balladen wählte die Klassenlehrerin, Frau Anne Succo, Fontanes »Herr von Ribbeck« aus. In lebhafter Arbeit mit den 10- und 11-jährigen Kindern wurden hör- und sehbar gute Ergebnisse erzielt, denn die Jungen und Mädchen durften den auf vier Seiten verteilten Text des originellen, birnenförmigen Arbeitshefts selbst illustrieren.

2Alle Ergebnisse hätten es verdient, hier vorgestellt  zu werden. Sophies Bilder zeichnen sich durch eine detailsichere Umsetzung der Ballade zu vier Bildgeschichten aus, deren inhaltliche Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lässt und zugleich als Beispiel für das unverfälschte Wertempfinden von Kindern stehen kann. In einem freiwillig ergänzten Text erklärt Sophie ihre Idee für Bild 3: „Park mit Zaun: Der Sohn von Herrn Ribbeck hat den Park und den Birnbaum streng verwahrt und wenn Kinder kamen, jagte er sie davon“      

Bilder von Sophie Andresen, Klasse 4c, Handewitt (ohne Textseiten) – zum Vergrößern auf die Bilder klicken:

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Zu ihrer langjährigen Arbeit mit Fontanes „Herr von Ribbeck“ schreibt die Klassenlehrerin folgenden Text, der zugleich eine Anregung für weitere „von-Ribbeck“-Projekte sein kann:

‚Die Ballade «Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland« ist seit vielen Jahren fester Bestandteil meines Deutschunterrichts in der vierten Klassen. Durch den klar gegliederten zeitlichen Aufbau und die Anschaulichkeit des Textes erfassen die Kinder den Inhalt meist mühelos. Motivierend wirkt die geheimnisvolle und spannende Stimmung, die das Gedicht durchzieht. Besonders begeistert die Schüler der alte Gutsherr in seinem fürsorglichen, weisen Verhalten und Wirken über den eigenen Tod hinaus.               

7Die Wertigkeit einer Birne vor einhundert Jahren im Verhältnis zu heute vermittelt den Kindern einen gut verständlichen Zugang zur Lebensweise in der damaligen Zeit, die sie immer wieder in Erstaunen versetzt.

Das märchenhaft anmutende Ende des Gedichts, der flüsternde Geist Ribbecks aus dem Birnbaum über seinem Grab, fasziniert die Kinder durch seine Endlosigkeit. Die Sprache des Textes, besonders die ins Plattdeutsche gesetzten wörtlichen Reden, fordern die Kinder zum Sprechen auf. Plattdeutsch wird an der Schule als Arbeitsgemeinschaft angeboten, deshalb besteht hier für viele Kinder auch eine gewisse Nähe und Vertrautheit. Das ist sicher auch ein Grund, warum die Kinder ohne Klagen dieses lange Gedicht mit Freude und Stolz auswendig gelernt immer wieder gern vortragen. Auch regt die Ballade zu einer szenischen Darstellung mit vielen Schülern einer Klasse an.‘

Zu guter Letzt gab es „Belohnungen“ für die Akteure. Sophie erhielt von Frau von der Goltz einen sehr schönen, anerkennenden Dankesbrief und einen Büchergutschein. Lesepate und Klassenlehrerin durften sich über ein Exemplar der „Ersten Geschichten“ Theodor Fontanes freuen.

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Auf dem Bild: Lesepate Helmut Dahmer, Sophie, Klassenlehrerin Anne Succo   

Sektion Schleswiger Land: Zwei Tagungen in Kooperation mit der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte

Wie im vergangenen Jahr bietet die Sektion Schleswiger Land neben ihren eigenen Veranstaltungen 2012 zwei Tagungen in Kooperation mit der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Bad Malente an:

11. – 15. April 2012
Vom Rosenhag zum Skulpturenpark unserer Tage
Ausflüge in die Kultur- und Literaturgeschichte der Gartenkunst mit einer  Exkursion zum Eutiner Schloßpark

Einen Flyer mit ausführlichem Programm und der Möglichkeit, sich direkt in der Bildungsstätte anzumelden, finden Sie hier:
Vom Rosenhag zum Skulpturenpark unserer Tage

 

13. – 17. August 2012
Erzählte Landschaften im Werk Theodor Storms und Theodor Fontanes
In Textlektüren soll die Frage erörtert werden, inwieweit sich in der literarischen Darstellung von Landschaft unterschiedliche ästhetische und gesellschaftliche Konzepte mischen. Bei einer Exkursion nach Husum – Storms „graue Stadt am Meer“ – wird die literarische Spurensuche vor Ort aufgenommen.

Beide Seminare werden von Dr. Jana Kittelmann (Vorstandsmitglied der Theodor Fontane Gesellschaft) und Dr. Susanna Brogi (ebenfalls Mitglied der TFG) geleitet. 

Ankündigung: Fontane-Seminar der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Bad Malente

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Theodor Fontane – ein moderner Konservativer?

Bildungsurlaub vom 15. – 19. August 2011

Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Kooperation mit: Theodor Fontane Gesellschaft – Sektion Schleswiger Land

Im Jahr 1853 bezeichnet sich Theodor Fontane als einen eingefleischten Royalisten. Doch sein später Roman Der Stechlin entfaltet auf einfühlsame Weise das Wirken gegensätzlicher politischer Kräfte und trägt den gesellschaftlichen Entwicklungen im Kaiserreich Rechnung.

Das vielschichtige Nach-, aber auch Nebeneinander von Fontanes politischer Haltung – als Autor preußischer Feldherrengedichte, aber auch als sensibler Chronist des gesellschaftlichen Wandels wie z.B. der Moralvorstellungen – soll deshalb besonders anschaulich beleuchtet werden: Intensive Textlektüren und eine Exkursion zu den Düppeler Schanzen, das Eintauchen in diese Geschichtslandschaft jenseit der Eider, lassen Fontanes Bild von Preußen und Deutschland auf ganz eigene Weise deutlich werden. So wollen wir Fontane als modernen Konservativen in den großen Wandlungs- und Modernisierungsprozessen des 19. Jh. als einen Spiegel nehmen, um die Rolle von gesellschaftspolitischen Wertmaßstäben zu reflektieren.

 

Zu diesem Seminar online anmelden

 

Programm:

Montag, 15.8.

bis 11.00 Uhr: Anreise und Zimmervergabe

11.00 – 12.30 Uhr: Begrüßung, Vorstellung, Einführung

12.30 – 15.00 Uhr: Mittagessen anschI. Mittagspause mit Kaffee & Kuchen

15.00 – 18.00 Uhr: Moderne und Konservatismus – politische Konzepte im Werk Fontanes: Von "Vor dem Sturm" bis zum "Stechlin" mit Diskussion ausgewählter Romanpassagen

18.00 – 19.00 Uhr: Abendessen

19.15 – 21.45 Uhr: Weiblichkeitskonzepte & Gesellschaftskritik bei Fontane

Dienstag, 16.8.

8.00 – 9.00 Uhr: Frühstück

9.00 – 12.30 Uhr: Nation Building und Nationalismus in der deutschen Geschichte vermittelt über "Fontanes vaterländische Lyrik". Gemeinsame Lektüre und Diskussion von "Männer und Helden" (1850)

12.30 – 15.00 Uhr: Mittagessen anschI. Mittagspause mit Kaffee & Kuchen

15.00 – 18.00 Uhr: Historisch-politische Hintergründe des Deutsch-Dänischen Krieges 1864-1866, Verlauf, die Rolle der Medien für die politische Berichterstattung und die produktive Rezeption in Literatur, Feuilleton, Malerei

18.00 – 19.00 Uhr: Abendessen

Mittwoch, 17.8. – Exkursionstag zur Düppeler Schanze

10.30 – 13.30 Uhr: Fontane als Kriegsberichterstatter (dt.-dän. Krieg): Erkundung der Geschichtslandschaft (begleitet von literarischen Zitaten)

14.00 – 17.00 Uhr: Besichtigung des Geschichtszentrums "Dubbol Banke"

Donnerstag, 18.8.

9.00 – 10.00 Uhr: Kriegsberichterstattung und Nationalismus: Rückschau auf den Exkursionstag anhand von Leitfragen

10.00 – 12.00 Uhr: Geschichtspolitik: Die Prägung der Gegenwart durch die Vergangenheit – Fontanes "Der Schleswig-Holsteinsche Krieg im Jahr 1864" und "Unwiederbringlich" als Beispiele für politische Narrative in der Literatur

15.00 – 16.00 Uhr: Die Biographie als Genre politischer Literatur: "Männer machen Geschichte"? – Fontane als Biograph

16.00 – 18.00 Uhr: Gemeinsame Analyse von Kapiteln aus den "Wanderungen" und den "Kriegsberichten" und Diskussion der politischen Tendenzen in den Beiträgen

Freitag, 19.8.

9.00 – 12.30 Uhr: Effi, Stine und Christine: wie progressiv oder konservativ sind Fontanes weibliche Romanfiguren nach heutigen Maßstäben?

13.30 – 15.00 Uhr: Fontane – ein moderner Konservativer?

Abschlussdiskussion

 

Seminarleitung:

Dr. Susanna Brogi, Literaturwissenschaftlerin, Erlangen

Dr. Jana Kittelmann, Literaturwissenschaftlerin, Berlin

Kostenbeitrag je Teilnehmer:

150,– (zahlbar bei Anreise in bar). Weitere Kosten übernimmt die Gesellschaft für Politik und Bildung SH eV., Einzelzimmer = + € 10,– /Nacht.

Finanziell und ideell gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung

Die Gesellschaft für Politik und Bildung Schleswig-Holstein e.V. wird gefördert durch das Land Schleswig-Holstein.

 

Kontaktdaten:

Gesellschaft für Politik und Bildung Schleswig-Holstein e.V.
Gustav-Heinemann-Bildungsstätte
D-23714 Bad Malente, Schweizer Str. 58
Fon: 04523-880970 Fax: 04523-8809728
Bürozeiten: Mo-Fr 8-12.30 Uhr
Mail: ph@heinemann-bildungsstaette.de